Kraftraining mit Cyrill Schreiber
Der Schweizer Nationalspieler über Krafttraining im Faustball.
Stand: Text von Okto · erstmals veröffentlicht 2026
Als Hauptangreifer spielt Cyrill Schreiber eine tragende Rolle im schweizer Spiel Cyrill Schreiber ist schweizer Nationalspieler. 2006 wurde er Europameister und Europapokalsieger in der Halle. 2009 erreichte er im roten Trikot der Schweiz einen hervorragenden 2. Platz bei den Wordgames. Seit 2010 krönt der Titel Weltpokalsieger seine lange Erfolgsgeschichte.
Hallo Cyrill. Zunächst würde mich interessieren: wie oft gehst du in den Kraftraum?
In der Aufbau-Phase, also in der spielfreien Zeit, drei Mal in der Woche, ansonsten eher zwei Mal.
Welche Körperpartien trainierst du und an welchen Geräten?
Grundsätzlich belaste ich in jedem Training alle Körperteile, also Rumpf, Beine und Oberkörper. Im Aufbau trainiere ich häufig an Maschinen, danach arbeite ich eigentlich nur noch mit Freihanteln. Das mache ich aber erst seit ich einen Leichtathletik-Krafttrainer habe. Wichtig beim Training mit den Freihanteln ist, dass der Rücken gerade bleibt und man sich immer auf die jeweilige Übung konzentriert, ansonsten kann man damit schnell etwas kaputt machen. Am besten, man lässt sich von einem Fitnesstrainer in die Übungen und Geräte einweisen.
Mit welchen Gewichten trainierst du? Eher große Gewichte für die Maximalkraft oder kleine Gewichte für die Schnellkraft?
Das ist verschieden. Ich wechsle meine Serien nach 4-5 Wochen. Man muss dem Muskel einen anderen Reiz setzen, sonst nimmt er nichts mehr auf, wenn man eine Serie z.B. über mehrere Monate hinweg macht. Ich wechsle immer zwischen Muskelaufbau, Maximalkraft und Schnellkraft. Kurz vor einem großen Wettkampf, wie z.B. Europapokal, Weltmeisterschaft oder World Games, trainiere ich dann nur noch auf Schnellkraft.
Trainierst du dann also auch währen der Saison auf Muskelaufbau?
Nein, im Sommer nicht, aber im Winter trainiere ich ca. einen Monat in die Saison rein.
Könntest du vielleicht für jede Körperpartie (Beine, Rumpf, Oberkörper) eine deiner Lieblingsübungen verraten?
Das ist schwer, weil eigentlich mache ich alle Übungen gern. Für die Beine: Kniebeugen und Ausstoßen. Für den Rumpf: Übungen für die geraden und schrägen Bauchmuskeln und den Rückenstrecker. Für dem Oberkörper: Pullover. Und für die Schulter: Nackenstoßen. Ich mache auch viele Reissübungen mit der Freihantel. Da sind eigentlich alle Körperpartien drin.
Ein wichtiges Thema ist die Verletzungsprävention bei Angriffsspielern. Welche Übungen würdest du Jugendlichen vorrangig empfehlen, besonders denen, die ihr Krafttraining lieber zu Hause machen?
Vor allem der Rumpf und die Schulter sind eigentlich die heikelsten Stellen. Auch den Rücken sollte man auf keinen Fall vernachlässigen. Am besten ist aber, wenn man alles konsequent trainiert. Der Körper muss als Ganzes harmonieren. Sonst kommt es, aufgrund der einseitigen Belastung, zu Überlastungsverletzungen. Für zu Hause kann ich Übungen im Koordinationsbereich empfehlen. Man kann z.B. viel mit dem Wackelbrett machen. Liegestützen in Seilen oder auf Bällen. Auf einem Brett mit einer Rolle unter den Füßen balancieren. Aber ich bin mit 16 Jahren in den Kraftraum gegangen. Ich habe solche Übungen nicht so oft gemacht.
Noch eine letzte Frage. Dieter Thomas, der Trainer des TSV Pfungstadt, hat einmal gesagt, dass er darauf schwört nach dem Krafttraining sofort an den Ball zu gehen. Was hältst du davon?
Das wäre perfekt. Ich mache das auch ab und zu, schaffe es aber nicht immer. Dieter weiß, wovon er redet. Er kennt sich auch sehr gut im Bereich Krafttraining aus.
Geschrieben von faustballsport.com