Hinführung zur Faustballtechnik
Rainer Frommknecht über den Weg zur Technik — vom ersten Wurf bis zum Schlag.
Stand: Text von Juni · erstmals veröffentlicht 2026
Nachwuchsfaustballer mit viel Schwung im Arm.Bild: Rouven Schönwandt Rainer Frommknecht ist Sportwissenschaftler und Trainer des Bundesligisten TV Waibstadt. Seit 1999 ist er im Badischen Turnerbund als Landeslehrwart tätig. 2004 übernahm er beim DTB das Amt des Bundeslehrwarts und engagiert sich heute als Lehrbeauftragter der DFBL für die Aus- und Fortbildung von Faustballtrainern.
Die Teilnehmer sollen anfangs im freien Spiel lernen, Situationen zu lösen. Art und Weise der Bewegungsausführung sowie Korrekturen sind zunächst nicht zentral. Es geht darum, vielfältige Erfahrungen zu sammeln und selbst zu reflektieren.
Roter Faden: Die methodischen Prinzipien
• Vom Einfachen zum Komplexen (z. B. von der Übung am Ort zur Übung in der Bewegung, von der Einzel- über die Partner- zur Gruppenaufgabe). • Vom Bekannten zum Unbekannten (z. B. vom Ball ausgehend, zu exotischen Geräten wie Indiaca oder Frisbeescheibe). • Vom Einfachen zum Komplexen (z. B. von der Übung mit einem Ball zur Übung mit zwei Bällen).
Vielseitig und abwechslungsreich
Üben mit allen Extremitäten, links und rechts, auf verschiedenen Untergründen. Neben normierten Sportgeräten, wie Bällen, Federn, Reifen oder Stäben, kann gerade das Spielen mit Alltagsmaterialien oder ungewöhnlichen Geräten die Motivation enorm erhöhen. Im Folgenden wollen wir uns dem Spielen mit dem Ball zuwenden, zweifellos ein äußerst motivierendes und faszinierendes Gerät. Der überwiegende Teil der weltweit populären Sportspiele hat einen Ball als Spielgerät. Mit ihm lassen sich viele Aufgaben durchführen und gleichzeitig die motorische Entwicklung entscheidend fördern.
Übungen zur Ballkoordination
Eine allgemeine ballsportbezogene Grundausbildung kann und sollte ein zentraler Inhalt der Unterrichts- und Trainingsmethodik sein. Dieser Ansatz wird beispielsweise von der international renomierten „Ballschule Heidelberg“ unter Initiator Prof. Dr. Klaus Roth aufgegriffen. Dabei wird versucht, die Straßenspielkultur („natürliche Ballschule“), die heute bedauerlicherweise aus dem Tagesablauf unserer Kinder so gut wie verschwunden ist, durch eine variantenreiche Bewegungsschulung zu ersetzen.
Hierzu einige Basisübungen, um Anfänger an die Faustballtechnik hinzuführen:
Spielen mit der Innenseite des Unterarms (jeweils beidseitig probieren)
Alleine, ein Ball pro Spieler
1. Ball auf den Unterarm legen, balancieren. 2. Ball indirekt an die Wand spielen, Abstand ca. 3 m, auffangen. 3. Der zurückspringende Ball wird ohne Auffangen weitergespielt. 4. Ball anwerfen, in Schrittstellung senkrecht nach oben spielen (ca. 3 m), auffangen. 5. Wie vor, ohne Auffangen.
Paarweise, ein Ball pro Paar
1. Ball hin- und herspielen (Abstand ca. 3 m), jeder Spieler mit zwei Ballkontakten. 2. Wie vor, jeder Spieler mit einem Ballkontakt. 3. Wie vor, über eine Bank spielen (Abstand ca. 5 m). 4. Wie vor, über ein Netz spielen (Höhe ca. 1 m).
Spielen mit der Faust (jeweils beidseitig probieren)
Alleine, ein Ball pro Spieler
1. Ball mit geschlossener Faust senkrecht nach unten prellen (Breit- oder Schmalseite). 2. Wie vor, jedoch in der Bewegung. 3. Ball (über Kopf) anwerfen, Schlag an die Wand (Abstand ca. 5 m), auffangen.
Paarweise, ein Ball pro Paar
1. Ball (über Kopf) anwerfen, Schlag über das Netz zum Partner (Abstand ca. 5 m), dieser fängt den Ball auf und schlägt ihn zurück. 2. Abstand vergrößern (Abstand bis zu ca. 20 m). 3. Ball senkrecht und hoch(!) anwerfen, aufspringen lassen und dann zum Partner schlagen, dieser fängt den Ball auf und schlägt ihn zurück. 4. Wie vor, Schläge in Richtung variabler Ziele (z. B. Matten, Tore, Reifen), gerade und diagonal.
Geschrieben von Rainer Frommknecht