Man müsste doch einfach mal ...
Über schlaue Ideen, Besserwisser und die Lücke zur Praxis.
Stand: Text von Juni · erstmals veröffentlicht 2026
Es gibt nichts gutes, außer: man tut es. - Erich KästnerBild: Rouven Schönwandt ... ein bisschen mehr für den Faustball und die Jugend tun. Wie schwer kann das denn schon sein? Ein Text von faustballsport.com über schlaue Ideen, Besserwisser und darüber, warum das mit der Umsetzung in die Praxis so schwierig ist.
An Ideen und schlauen Sprüchen fehlt es meistens nicht. Oft stolpert man über dieses „man-Phänomen“, wenn mehrere Faustballer an Turnieren oder dem guten alten Stammtisch zusammen finden. „Man müsste doch einfach mal ein bisschen mehr Werbung für den Faustball machen, dann kämen die Kinder schon von allein zu uns in den Verein“, wäre nur ein Beispiel für eine solche Idee. Aber warum sind sie meist zum scheitern verurteilt?
Konkret werden
„Lass uns doch mal an die Schulen gehen, da finden wir sicher ein paar Kinder, die wir für den Faustballsport begeistern können.“ Mit der Idee erntet man meist zustimmendes Nicken. Ja in der Schule da sind sie ja die ganzen Kinder. Aber was wollen wir denn an der Schule machen? Konkrete Ideen sind jetzt gefragt. Wer einen ausgereiften Plan präsentiert, hat hier bessere Chancen auf Erfolg. „Lass uns doch mal in der Grundschule im Rahmen einer Sportstunde ein Probetraining auf die Beine stellen.“
Leute mit einbeziehen
Von einem vagen „man“ kann man bei der Umsetzung der Idee wohl wenig Hilfe erwarten. Besser ist es, Leute direkt anzusprechen und sie für Aufgaben einzuteilen. Wer einmal mit im Boot sitzt, wird nicht so schnell wieder rausgelassen. „Du redest mit dem Direktor. Du gestaltest einen netten Info-Zettel. Du organisierst Faustbälle vom Nachbarverein. Und ich überlege mir ein Programm für die Sportstunde.“
Fristen setzen
Auch die beste und konkreteste Idee nützt nicht viel, wenn sie nie umgesetzt wird. Einige Menschen erledigen gerne alles auf den letzten Drücker. Sie brauchen den Druck der Uhr, die konstant ihre Stunden und Minuten zum Fristende herunterzählt. Da man diese Menschen nicht verändern kann, legt man einfach einen Termin fest. „In zwei Wochen tragen wir die Ergebnisse zusammen und besprechen wer an dem Termin Zeit hat, den uns die Schule zugeteilt hat.“ Dabei sollte man die Fristen nicht zu knapp setzen, denn man kann sich schon fast darauf verlassen, dass es überall mindestens einen Spezialisten gibt, der grundsätzlich immer zu spät ist.
Nörgler ignorieren
Natürlich gibt es auch überall den typischen Nörgler. Er hat an jedem noch so guten Plan etwas auszusetzen. Während man konstruktive Kritik durchaus mit in die Planung einfließen lassen sollte, ist es ratsam den Nörgler einfach zu ignorieren. Und auch wenn das Nörgeln nach einem eher weniger erfolgreichen Projekt in ein „Hab ich’s euch doch gesagt.“ umschwankt, sollte man sich davon nicht entmutigen lassen.
Für den Faustball ist es wichtig, dass sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten engagiert. Und wieso solltest nicht du genau dieser „man“ sein, der sich in deinem Verein um die Jugend kümmert? Wie Erich Kästner einmal schrieb: „Es gibt nichts gutes, außer: man tut es.“