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faustballtraining
Hintergrund

Interview mit Nick Trinemeier über das U-System

Das U-System erklärt von einem, der es spielt.

Stand: Text von Juni · erstmals veröffentlicht 2026

Nick Trinemeier macht auch im Trikot der Deutschen U21-Nationalmanschaft eine gute FigurBild: Union Peilstein Nick Trinemeier begann seine Faustballkarriere 1995 beim TV Käfertal. 2009 wechselte der heute 21-Jährige zum Bundesligisten TSV Pfungtadt. Zu seinen bisher größten Erfolgen zählen zwei Europameistertitel mit dem U21-Nationalteam und der Deutsche Meistertitel 2010. Zur Zeit ist er mit dem TSV Pfungstadt noch ungeschlagen auf Meisterkurs.

Seit einigen Jahren hat sich bei den Spitzenteams das U-System etabliert. Besonders die Anforderungen an die beiden Angreifer haben sich stark verändert. Inwieweit hat sich dahingehend auch das Training verändert?

Es ist in den letzten Jahren wichtiger geworden, dass \"komplette\" Spieler auf dem Feld stehen. Die Anforderungen an jeden Spieler sind komplexer geworden. Ein Angreifer muss im modernen Faustball viel mehr abwehren und zuspielen als das im W-System der Fall war. Auch die Defensivspieler müssen angreifen können. Trotz dieser Entwicklung ist der Faustball eine Sportart in der man positionsspezifisch trainiert. Die Grundtechniken müssen im Jugendbereich erlernt worden sein.

Oft wird auf der Position des Nebenangreifers der schwächste Spieler \"geparkt\". Im Gegensatz dazu spielst du in Pfungstadt auf dieser Position eine wichtige Rolle. Wo liegt da der Unterschied?

Auch das hat viel mit dem System zu tun. Ein Vorne-Rechts hat im U-System in etwa den gleichen Raum abzudecken wie jeder andere Spieler auf dem Feld auch. Allein daraus ergibt sich, dass man hier keinen Spieler mehr \"parken\" kann. In Pfungstadt versuchen wir das Spiel möglichst schnell zu machen und oft den Angriff durch direkte Zuspiele einzuleiten. Zum direkten Zuspiel habe ich meistens den kürzesten Weg und kann der Mannschaft so helfen.

Ein besonders heikler Punkt im U-System ist der kurze Ball. Wie habt ihr das Problem der Abstimmung bei euch in Pfungstadt gelöst?

Hätten wir das Problem mit den kurzen Bällen gelöst, wären wir noch einmal einen riesigen Schritt weiter und wir könnten ein Patent darauf anmelden. Wir haben aber trotzdem bestimmte Laufwege, je nach dem wie das Zuspiel der gegnerischen Mannschaft liegt. Neben einer guten Antrittsschnelligkeit ist es vor allem wichtig, dass man die Fähigkeit entwickelt bestimmte Spielsituationen antizipieren zu können. Je früher man den kurzen Ball erkennt, desto größer ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit ihn rechtzeitig zu erreichen. Mit Basti und Patrick Thomas habe ich das Glück mit hochtalentierten Leuten zu spielen, mit denen ich mir die Aufgabe teile die Kurzen zu holen. Wir sprechen vor und während des Spiels viel miteinander, um uns bestmöglich auf den gegnerischen Angreifer einzustellen.

Vor allem Jugend-Teams spielen noch häufig im W-System. Ab wann denkst du ist es sinnvoll auf das U-System umzustellen?

Sobald sich mehr Vorteile aus dem U-System ergeben. Wie eben schon erwähnt, ist der kurze Ball der neuralgische Punkt beim U-System. Wenn man diesen Ball gut genug unter Kontrolle hat kann man U spielen. Aus meiner Erfahrung spielen die ersten Mannschaften das U-System frühestens in der B-Jugend gut genug, wobei es auch schon in der C-Jugend als taktisches Mittel eingesetzt werden kann. Natürlich kommt es auch auf den Leistungsstand der Spieler an. Ich bin überzeugt, dass man mit der Top Five auf den U-13 und U-14 Lehrgängen schon sehr erfolgreich das U-System spielen kann.

Neben deinen Aktivitäten als Bundesliga-Spieler engagierst du dich mit Tobias Kläner für das Wiederaufleben der Faustball-Hochschulmeisterschaften. Was ist bis jetzt genau geplant? Und wo können sich interessierte Faustballer informieren?

Unser Plan ist es in diesem Jahr ein Faustballturnier für Studenten auszurichten. Diese Veranstaltung wird gleichzeitig unsere \"Aufnahmeprobe\" für den ADH (Allgemeiner Deutscher Hochschulsport) sein. Wenn genügend Hochschulmannschaften an diesem Turnier teilnehmen, erhalten wir voraussichtlich die Erlaubnis im kommenden Jahr eine \"ADH Open\" ausrichten zu dürfen. Auf dem neuesten Stand können sich interessierte Studenten auf www.faustball-liga.deund auf einer, speziell für diesen Zweck angelegten Homepage, die bald online gehen wird, bringen. Ansonsten stehen Tobi und ich auch jederzeit für Fragen bereit.

Noch eine kurze Frage zum Schluss: Dein Tipp für die WM?

Deutschland holt in einem sensationellen Finale den WM-Titel gegen Österreich.