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Hintergrund

7 Fragen an Top-Angreifer Martin Weiß

Sieben Fragen an einen Weltmeister — über Druck, Schulter-OPs und Titel.

Stand: Text von Juni · erstmals veröffentlicht 2026

Die Fäuste in die Luft - so jubelt ein WeltmeisterBild: unbekannt Martin Weiß zählt im internationalen Faustballgeschäft schon lange zu den Besten. 2007 führte er als Kapitän die österreiche Nationalmannschaft zum Weltmeistertitel und will es 2011 noch einmal wissen. Nach einer schweren Schulter-OP vor zwei Jahren soll es bei der Heim-WM in Österreich wieder mit dem Titel klappen.

Warum hast du dich für die Sprungangabe entschieden, obwohl Argumente wie Komplexität, Präzision und Ausdauer eher für die Standangabe sprechen? Und hast du einen besonderen Trick, wie du auch bei starkem Wind den Ball trotzdem noch genau triffst?

Es war eine Gemeinschaftsentscheidung von meinem Trainer Manfred Leitner und mir. Ich bin mit 185cm Körpergröße gegenüber den guten Angreifern einfach zu klein. Deshalb die Entscheidung. Einen speziellen Trick bei starkem Wind gibts leider nicht. Ich verringere nur den Anlauf (=weniger Schritte), dann ist die Laufgeschwindigkeit geringer. Der Rest ist Erfahrung beim Aufwerfen. Aber es ist schon sehr viel Risiko bei Wind dabei, das geb ich zu.

Was für ein Training absolvierst du zusätzlich zum regulären Mannschaftstraining, damit dein Körper eine so hohe Belastung aushält?

Seit Oktober 2010 investiere ich wieder sehr viel in das Training. Ich hab von Oktober bis März 6 mal pro Woche Ausdauer trainiert, dazu noch zweimal Kraft für meine Schulter. Seit März hab ich auf 2-3 Mal Ausdauer und einmal Kraft reduziert. Dafür arbeite ich mit einer Sportheeresgruppe, wo ich noch drei mal pro Woche zusätzlich Faustballtraining habe.

Ich vermute als Hauptangreifer eines National- und eines Bundesligateams steht man oft unter sehr großem Leistungsdruck. Arbeitest du dahingehend auch im Bereich des Mentaltrainings? Hast du vielleicht besondere Rituale, durch die du besser in wichtige Wettkämpfe findest?

Ich habe vor einigen Jahren sehr viel im mentalen Bereich gerarbeitet, vor allem in den Jahren vor dem Weltmeistertitel 2007. Da geht es aber primär um Strategien im Spiel, wie man sich auf bestimmte Situationen vorbereitet und darauf reagiert, wenn sie vor oder während dem Spiel passieren. Ich bin ein Spieler, der KEINE Rituale hat. Ich versuche mich jedes Mal, auf jede Situation best möglich einzustellen. Das erfordert viel Flexibilität. Das ist glaube ich meine Stärke.

Neben Physis und mentaler Stärke ist für einen Angreifer auch ein gutes Auge wichtig. Trainierst du oder hast du gezielt auch periphäres Sehen trainiert?

In jungen Jahren habe ich das sehr viel trainiert. Mein Trainer in der Jugend hat sehr viel darauf wert gelegt. Aber über die Jahre geht das in Fleisch und Blut und lässt sich fast automatisch abrufen. Jetzt muss ich das nicht extra in Trainings einbauen. Das ist der Vorteil vom \"hohen Alter\", hehe!

Vor zwei Jahren hast du dich einer schweren Schulter-OP unterziehen müssen. Wie ist es soweit gekommen, dass es nicht mehr ohne den Chirurgen ging?

Leider haben zwei Blocksituationen bei einem Turnier in der Schweiz alle meine Bänder in der Schlagschulter zerstört. Der Arzt hat gemeint, dass meine gute Muskulatur in der Schulter Schlimmeres verhindert haben, soweit man das noch sagen kann. Die Verletzung war ja dementsprechend schwer. Ohne meiner guten Muskulatur wäre mein Gelenk sicher luxiert und es wäre noch mehr kaputt gegangen. Ich habe dann noch über 5 Monate mit der Verletzung weitergespielt ehe die Schmerzen zu groß waren und ich mich für die OP entschieden habe.

Wie hast du es geschafft, dich innerhalb von zwei Jahren wieder vollständig davon zu erholen?

Ich hatte zum Ersten einen sehr guten Arzt, der chirurgisch hervorragende Arbeit geleistet hat. Dann hatte ich gute Leute in der Reha und in der Aufbauzeit. Es war sehr mühsam und lange, aber es hat sich glaube ich ausgezahlt. Zwischendurch war es eine sehr schwierige Zeit, wo ich das Schultertraining auch nicht so intensiv absolviert hab wie ich hätte sollen. Die wichtigste Phase war dann letzten Winter, wo ich die Muskulatur wieder auf den Status gebracht hab, dass ich jetzt keine Schmerzen mehr hab.

Welche Rolle wirst du voraussichtlich bei der WM 2011 spielen?

Ich hoffe auf eine wichtige Rolle. Unser Teamchef nominiert erst Mitte Juli und bis dorthin heißt es für mich weitertrainieren. Ich muss mich erst aus 20 Leuten für den 10-Mann-Kader qualifizieren. Erst dann kann ich mir überlegen, was für eine Rolle ich bei der WM spielen kann.

Geschrieben von faustballsport.com