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faustballtraining
Hintergrund

30 Tipps für gute Jugendarbeit - Von Harm Rykena

Was Jugendtrainer wirklich weiterbringt — 30 Sätze, die man sich aufhängen kann.

Stand: Text von Juni · erstmals veröffentlicht 2026

Harm Rykena ist Jugendtrainer beim Ahlhorner SV und seit 1998 Webmaster der Seite faustball.de. Er ist zuständig für die Programmhefte und Drucksachen seines Heimatvereins und spielt dort in der M45-Mannschaft. Seine »30 Tipps für gute Jugendarbeit« entstanden schon 2008 und sind heute noch genauso aktuell wie damals.

1. Habt eine gute 1. Mannschaft und nutzt ihren Bekanntheitsgrad

2. Habt gute Beziehungen zur örtlichen (Grund-) Schule und nutzt sie

3. Turniere sind wichtiger als Punktspiele

  • es gibt POKALE (seltsamer Weise unglaublich wichtig für die Kinder)

4. Punktspiele sind wichtig

  • nur so gibt es so etwas wie ein Pflichtgefühl, mit den Jugendspielern auch anzutreten, ansonsten fällt das Absagen zu leicht - und wird leider auch schnell wahrgenommen

5. Spielt gegen andere Vereine eine Kleinfeldrunde

  • kleine Vereine schaffen es eher, 2er Teams als komplette 5er-Mannschaften zusammenzubekommen

6. Spielt mit den Anfängern im Rotationssystem

  • mindestens bis zum Alter von 10 (evtl. auch bis 12)
  • das schafft die notwendige Breite an Spielern, ansonsten spielen nämlich meist nur ein bis zwei Spieler, die alle Angaben machen und möglichst den ersten Schlag zurückhauen

7. Masse ist wichtiger als Klasse

  • die Klasse kommt dann von ganz allein
  • viele Spieler bringen auch viele Freunde, Geschwister und Cousins mit
  • auch weniger begabte Ballspieler sind später oft tolle Betreuer, Helfer, Fans und ganz wichtig für einen funktionierenden Faustballverein (meist sind diese Funktionen auf Dauer sogar wichtiger für die Abteilung als die Leistungsspieler in der ersten Mannschaft)

8. Lasst nie eine Lücke in der Jugendabteilung entstehen

  • fangt grundsätzlich IMMER jedes Jahr wieder mit einer neuen Minigruppe an
  • es ist immer schwieriger nach ein paar Jahren ohne Minigruppe wieder neu zu beginnen, als in eine bestehende Gruppe neue Kinder aufzunehmen.
  • eine bestehende Gruppe zieht neue Mitglieder an (Brüder, Bekannte, ...)

9. IMMER Jungs UND Mädchen trainieren

  • Brüder bringen Schwestern mit und umgekehrt...
  • später ist das andere Geschlecht ein wichtiger Grund mit unserem Sport weiterzumachen

10. Besucht regelmäßig einen Bundesligaspieltag in der Nähe und lasst eure Jugendspieler dort einlaufen

  • Spaß durch Spiel in den Pausen
  • Bundesliga anschauen ist toll
  • Jugendspieler und ihre Eltern lernen den Sport kennen und schätzen
  • der Bundesligist freut sich über zusätzliche Zuschauer

11. Gebt den Jugendtrainern Anerkennung: sie sind die wichtigsten Mitglieder der Abteilung!

12. Schafft für Jugendliche über 12 Jahren vereins- und geschlechterübergreifende Events

  • Turniere
  • Turnfestfahrten
  • Vereinsfeiern
  • Übernachtungspartys mit Kleinfeldturnier

13. Für jeden Spieler muss ein Ball vorhanden sein

  • für Anfänger ein weicher Miniball
  • für Fortgeschrittene ein etwas härterer Miniball

14. Sei als Trainer unbedingt zuverlässig

  • Egal, wie oft Jugendspieler dich hängen lassen, wie oft Eltern ihre Kinder mit seltsamen Begründungen vom Spieltag abmelden, wie unregelmäßig manche Jugendliche zum Training erscheinen - der Trainer muss IMMER da sein! (oder in Ausnahmefällen zumindest für Ersatz sorgen)
  • Spieltage dürfen NIE ausfallen

15. Ein gleiches Trikot für alle im Verein und/oder Vereins – T-Shirts schaffen gemeinsame Identität

16. Lasst in zwei Altersklassen spielen, 1x zum Gewinnen und 1x zum Spielen-Lernen und zum Verlieren-Lernen

17. Bietet der Schule eine Faustball-AG an

18. Erstellt einen übersichtlichen, informativen, ansprechenden(!) Flyer mit den Trainingszeiten, den ihr bei jeder Gelegenheit aushängen und verteilen könnt

19. Macht eure Trainingszeiten und Orte bekannt

20. Rennt den Anfängern hinterher

  • drängelt (in netter Form)
  • seid hartnäckig
  • zeigt ihnen, dass sie willkommen sind
  • fragt mehrmals nach, ob sie nicht doch Lust zum Faustball hätten

21. Rennt »den Neuen« beim Training hinterher

  • sie sind die Wichtigsten und gleichzeitig die Unsichersten
  • sie brauchen Eure hauptsächlich Unterstützung, eure größte Aufmerksamkeit, mehr als diejenigen, die schon lange da sind und schon gute Faustballer sind
  • macht, dass »die Neuen« wieder kommen

22. Rennt an den Spieltagen den Kindern hinterher

  • ruft an, wenn mal einer nicht kommt
  • klingelt sie aus dem Bett, wenn sie den Spieltag verschlafen oder vergessen haben
  • seid nett und nehmt sie trotzdem weiter mit
  • irgendwann zahlt sich das aus, viele von ihnen haben es irgendwann verstanden

23. Führt eine Adressenliste

  • mit Name, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummer
  • so könnt ihr bei Bedarf unkompliziert nachhaken

24. Teilt vor Beginn der Saison einen Zettel mit allen Terminen aus

25. Teilt trotzdem zusätzlich zu jedem Spieltag zeitnah an jeden Spieler einen Erinnerungszettel mit dem Spieltagstermin (und den anstehenden zukünftigen Terminen) und Eurer Telefonnummer aus

  • auch Eltern sind manchmal vergesslich
  • lasst diesen Zettel auch den Kindern zukommen, die beim letzten Training nicht da waren (Stichwort: hinterherrennen)

26. Lasst Euch nicht entmutigen!

  • viele der Faustballanfänger hören im Laufe der Zeit wieder auf, das ist normal

27. Wenn die Kinder Kleinfeld spielen können, habt ihr gewonnen

  • macht zu Beginn vor allem Ballspiele, die die Kinder können
  • aber sobald sie Kleinfeld spielen können, dann lasst sie aber auch spielen
  • viel und bei jedem Training
  • Merke: Kleinfeldspiele (2-2 oder 3-3) ermöglichen viel mehr Ballberührungen als Großfeldspiele 5-5.

28. Eltern einbinden

  • aus der Not geboren, bringt aber sehr positive Ergebnisse
  • fahrt mit mehreren Teams und nur einem gelernten Faustballer zu einem Jugendspieltag
  • die Eltern wandeln sich auf einmal von unbeteiligten Beobachtern zu begeisterten Betreuern, manchmal sogar zu Trainern
  • sie freunden sich mit anderen Eltern aus dem gleichen Team an, und Verbundenheit untereinander schafft Familie, schafft Verbundenheit auch mit dem Sport

29. Mindestens zwei Ballberührungen

  • führt beim Training die Regel ein, dass immer frühestens der zweite Schlag wieder zurückgeschlagen werden darf
  • so vermeidet man »Faustballtennis« und schafft die Voraussetzung zum Vorspielen.

30. Macht Euch und Eure Arbeit bekannt

  • Pressearbeit heißt, selber Berichte zu schreiben und Fotos zu machen und den Lokalredaktionen zur Verfügung zu stellen
  • das Gleiche gilt für Infos über die Spieltage